07-10-2026

Hautpflege im Herbst und Winter: die Hautbarriere rechtzeitig unterstützen

„Unsere Haut liegt außen – und kann doch viel darüber verraten, was im Inneren des Körpers geschieht.“ [1]

Sobald die Temperaturen sinken, verändert sich häufig auch das Hautgefühl. Die Haut spannt, wird rau oder reagiert empfindlicher als gewohnt. Kalte Außenluft, trockene Heizungsluft und lange, heiße Duschen können ihre natürliche Schutzbarriere belasten [2,3].

Diese Veränderungen fallen nicht immer sofort auf. Oft bemerken wir sie erst, wenn Trockenheit, Juckreiz oder Rötungen auftreten. Deshalb lohnt es sich, die Pflege frühzeitig an die kühlere Jahreszeit anzupassen.

Warum die Haut im Winter empfindlicher wird

Die äußerste Hautschicht bildet eine Schutzbarriere zwischen unserem Körper und seiner Umgebung. Hautzellen und die dazwischenliegenden Lipide helfen gemeinsam, Feuchtigkeit zu bewahren und äußere Reize abzuwehren [5].

In der kalten Jahreszeit wird diese Barriere stärker beansprucht. Die Luft enthält weniger Feuchtigkeit, und das Heizen senkt die relative Luftfeuchtigkeit in Innenräumen zusätzlich. Die Haut kann dadurch leichter austrocknen [2,3].

Auch unsere Gewohnheiten spielen eine Rolle. Eine lange, heiße Dusche fühlt sich an kalten Tagen angenehm an, kann der Haut jedoch schützende Fette entziehen. Aggressive Reinigungsprodukte verstärken diese Belastung.

Mit zunehmendem Alter verändern sich außerdem die Eigenschaften der Haut. Eine regelmäßige, auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte Pflege gewinnt deshalb an Bedeutung.

Welche Rolle spielt der pH-Wert?

Die Hautoberfläche besitzt natürlicherweise ein leicht saures Milieu. Dieser sogenannte Säureschutzmantel unterstützt die Hautbarriere und trägt zum Schutz vor unerwünschten Mikroorganismen bei [6].

Ein niedriger pH-Wert ist daher nicht grundsätzlich ein Zeichen für eine „übersäuerte“ oder ungesunde Haut. Entscheidend ist, dass ihre natürlichen Schutzfunktionen erhalten bleiben.

Für die Auswahl eines Pflegeprodukts reicht der pH-Wert allein nicht aus. Auch die gesamte Zusammensetzung, die Reinigungswirkung und die individuelle Verträglichkeit sind wichtig.

Warum Trockenheit zunächst unbemerkt bleiben kann

Eine beginnende Belastung der Hautbarriere verursacht nicht immer sofort Beschwerden. Die Haut kann zunächst noch ausreichend Feuchtigkeit halten, obwohl sie bereits stärker beansprucht wird.

Halten ungünstige Bedingungen an, kann der Feuchtigkeitsverlust zunehmen. Dann entstehen typische Anzeichen wie Spannungsgefühl, raue Stellen, Schuppung oder Juckreiz [4,5].

Bei Menschen mit bestehenden Hauterkrankungen, etwa Neurodermitis oder Psoriasis, können trockene Winterbedingungen die Beschwerden zusätzlich verstärken [7]. Diese Erkrankungen lassen sich jedoch nicht allein durch eine veränderte Säure-Basen-Balance erklären.

Die Haut von innen und außen unterstützen

Eine gute Hautpflegeroutine setzt an zwei Stellen an: Sie berücksichtigt die allgemeine Versorgung des Körpers und schützt die Haut unmittelbar vor Feuchtigkeitsverlust.

Von innen: ausreichend trinken und ausgewogen essen

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gehört zur allgemeinen Gesundheitsvorsorge. Wasser und ungesüßter Tee lassen sich gut über den Tag verteilen. Auch ein Kräutertee kann zu einem angenehmen Trinkritual werden.

Ebenso wichtig ist eine abwechslungsreiche Ernährung. Sie versorgt den Körper mit Nährstoffen, die auch für die Haut und ihre Barrierefunktion benötigt werden [5].

Zusätzliches Trinken ersetzt allerdings keine Pflege der Hautoberfläche. Gerade bei trockener Winterhaut bleibt es wichtig, den Feuchtigkeitsverlust von außen zu begrenzen.

Von außen: Feuchtigkeit bewahren und sanft pflegen

Eine passende Creme hilft, Feuchtigkeit in der Haut zu halten und ihre Oberfläche geschmeidig zu machen. Bei trockener Haut sind reichhaltige Cremes oder Salben häufig geeigneter als leichte Lotionen [8].

Inhaltsstoffe wie Sheabutter und Jojobaöl können Teil einer solchen Pflege sein. Entscheidend ist eine gut verträgliche Gesamtformulierung, die zu den Bedürfnissen Ihrer Haut passt.

Tragen Sie die Pflege möglichst direkt nach dem Duschen oder Baden auf, solange die Haut noch leicht feucht ist. So lässt sich die vorhandene Feuchtigkeit besser bewahren.

Kleine Veränderungen mit großer Wirkung

Kürzer und weniger heiß duschen

Verwenden Sie angenehm warmes statt heißes Wasser und halten Sie die Dusche möglichst kurz. Auch beim Baden ist eine begrenzte Dauer sinnvoll.

Mild reinigen

Wählen Sie sanfte Reinigungsprodukte und verwenden Sie nur so viel davon wie nötig. Bei empfindlicher Haut sind parfümfreie Formulierungen häufig eine gute Wahl.

Sanft abtrocknen

Tupfen Sie die Haut mit dem Handtuch vorsichtig trocken, statt kräftig zu reiben. Anschließend folgt die Pflege.

Auf die Raumluft achten

Ein Luftbefeuchter kann helfen, sehr trockene Raumluft auszugleichen. Damit er hygienisch bleibt, sollte er regelmäßig gereinigt werden.

Die Pflege zur Gewohnheit machen

Warten Sie mit dem Eincremen nicht erst, bis die Haut stark spannt oder juckt. Eine regelmäßige Routine hilft, trockene Stellen frühzeitig zu versorgen.

Gut gepflegt durch die kalte Jahreszeit

Winterhaut braucht vor allem eine verlässliche Schutzbarriere. Milde Reinigung, kurze Duschen und eine passende Pflege helfen, unnötige Belastungen zu reduzieren und Feuchtigkeit zu bewahren.

Ergänzt durch ausreichendes Trinken und eine ausgewogene Ernährung entsteht eine unkomplizierte Routine, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.

Wenn Rötungen, starker Juckreiz oder entzündete Stellen anhalten, ist eine dermatologische Abklärung sinnvoll.

Quellen

[1] American Academy of Dermatology. What your skin can tell you about your overall health.
https://www.aad.org/public/diseases/a-z/skin-overall-health

[2] Eberlein-König, B., Spiegl, A., & Przybilla, B. (1996). Change of skin roughness due to lowering air humidity in climate chamber. Acta Dermato-Venereologica, 76(6), 447–449.

[3] Mackey, S. (1995). Relieving winter skin discomfort. The Physician and Sportsmedicine, 23(1), 53–57.

[4] Harvard Health Publishing. What to do about dry skin in winter.
https://www.health.harvard.edu/womens-health/what-to-do-about-dry-skin-in-winter

[5] Parke, M. A., Perez-Sanchez, A., Zamil, D. H., & Katta, R. (2021). Diet and skin barrier: The role of dietary interventions on skin barrier function. Dermatology Practical & Conceptual, 11(1).

[6] Lambers, H., Piessens, S., Bloem, A., Pronk, H., & Finkel, P. (2006). Natural skin surface pH is on average below 5, which is beneficial for its resident flora. International Journal of Cosmetic Science, 28(5), 359–370.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18489300/

[7] American Academy of Dermatology. Your winter skin survival kit.
https://www.aad.org/public/everyday-care/skin-care-basics/care/winter-skin-survival-kit

[8] American Academy of Dermatology. Dermatologists’ top tips for relieving dry skin.
https://www.aad.org/public/everyday-care/skin-care-basics/dry/dermatologists-tips-relieve-dry-skin